„Es ist nichts, was den geschulten Verstand mehr kultiviert und bildet, als Geographie.“ Immanuel Kant

Schlechtes Wetter erhöht nur die Anzahl der Geräte, nicht aber das Engagement...

Die Vermessung der Erde...

... konnten wir zwar nicht leisten, aber die Schülerinnen und Schüler der 10.4 am Max-Delbrück-Gymnasium haben den Schulhof und Objekte auf diesem vermessen. Dazu haben sie im Mathematikunterricht Höhenmesser gebaut und diese eingesetzt. Außerdem konnten sie den Umgang mit einem Sextanten und einem Peilkompaß ausprobieren. Die Schülerinnen und Schüler haben in diesem fächerverbindenden Projektunterricht Vermessungsverfahren kennen und anwenden gelernt, die bergründet sind auf trigonometrische Berechnungen und auf Dreicksberechnungen mit Hilfe der Strahlensätze sowie der Satzgruppe des Pythagoras.

Dabei haben die Schülerinnen und Schüler auch geografische Kompetenzen entwickelt und gefördert, insbesondere ihre Orientierungskompetenz im Realraum. Außerdem wurden neueste Kenntnisse über die Schwerefeldvermessung der Erde in diesem Unterricht eingebracht, die wir von einer Exkursion ans GFZ in Potsdam mitgebracht hatten. Trotz schlechten Wetters war der Projektunterricht ein Erfolg. Und vielleicht folgt ja eine neue Vermessung der Erde durch Schülerinnen und Schüler im Zuge künftiger Forschungsarbeiten.

Jarko Hennig, Max-Delbrück-Gymnasium

Statistik macht Schule – Schüler lernen Statistik

In einem Projekt haben Schüler am Max-Delbrück-Gymnasium Pankow Daten, die vom Amt für Statistik Berlin zur Verfügung gestellt wurden, ausgewertet. Dabei haben Sie nicht nur den Umgang mit GIS-Programmen und Tabellenkalkulation trainiert; sie haben auch statistische Verfahren und Manipulationsmöglichkeiten erprobt. Gerade weil die Daten für 447 Planungsräume schnell unübersichtlich werden, ist den Schülerinnen und Schülern gut vermittelbar, dass diese statistisch aufgearbeitet werden müssen, um einen Überblick über demographische Prozesse und Strukturen in den Planungsräumen zu bekommen.

In dem Projekt zur Analyse sozialräumlicher Strukturen in Berlin sollten die Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Geografie Daten zur Bevölkerung von Berlin auf der Ebene der 447 Planungsräumeauswerten und mit Hilfe von ArcView darstellen. Die Geometrien wurden uns von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt, die Daten stammten vom Statistischen Amt. Dadurch, dass sehr kleinräumige Daten zur Verfügung standen, konnten auch differenzierte Thesen und Aufgabenstellungen aus dem Material erarbeitet werden.So konnte die Verteilung der ausländischen Bevölkerung ebenso genau untersucht werden wie die Verteilung der Bevölkerung nach Sozialstatus und die der Kinder unter 6 Jahren sowie die Bevölkerungsdichte allgemein. Neben der Berechnung von Anteilen waren hier auch Kenntnisse in der Klassifikation von Daten nötig. Die Daten wurden nach drei Verfahren klassifiziert und mit GIS dargestellt:

  • nach gleichen Anteilen,
  • nach Äquidistanzen und
  • nach Mittelwerten und Standardabweichung.

Außerdem konnten die Schülerinnen und Schülern verschiede Klassenanzahlen verwenden und diese Manipulationsmöglichkeiten erproben.

Bei einigen Räumen wurden Auffälligkeiten entdeckt. So gab es Räume mit einem sehr hohen Kinderanteil bei gleichzeitig höchster Bevölkerungsdichte (Helmholtzplatz, Kollwitzplatz), andere Räume sind durch eine problematische Sozialstruktur aufgefallen, ein Planungsraum dadurch, dass dort mehr Autos zugelassen sind als Menschen dort wohnen.Außerdem wurden mit ArcView Karten zu den Anteilen verschiedener Alterskohorten und Ausländeranteilen erstellt und ausgewertet. So konnte soziale, ethnische und demographische Segregationsformen nachgeweisen werden. Einige dieser Räume wurden durch Gruppenexkursionen weitergehend analysiert, nachdem alle statistischen und geographischen Daten, die zu diesen Räumen zur Verfügung standen, ausgewertet waren.

Fazit: Die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Daten auf der Ebene von

447 Planungsräumen wirkte motivierend auf die Schülerinnen und Schülern, statistische Verfahren und GIS zu erlernen und anzuwenden. Ergebnisse waren von der Schülerinnen und Schülern selbst erstellte Karten und Diagramme mit sehr aktuellem Datenmaterial.

Jarko Hennig, Max-Delbrück-Gymnasium